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Das Licht der Rauhnächte und das Herz Europas

Das Echo der Stille - wenn aus der Einkehr Alltag wird



Das Echo der Stille - wenn aus der Einkehr Alltag wird


Morgen kehren wir zurück in den Alltag, aber wir sind nicht mehr dieselben. Die Rauhnächte, diese geheimnisvolle Zeit zwischen der Wintersonnenwende und dem Dreikönigstag, haben uns Raum gegeben, in die Tiefe zu blicken. Wir haben geräuchert, geträumt und Altes losgelassen. Wer diese zwölf Nächte bewusst erlebt hat, tritt nicht einfach nur in ein neues Kalenderjahr – er tritt in eine neue Ebene seines Seins.

Die Magie dieser Zeit besteht nicht darin, dass die Welt draußen stillsteht, sondern dass wir in uns einen Ort der Ruhe gefunden haben. Die Herausforderung – und gleichzeitig die größte Chance – liegt nun darin, diese Qualität nicht im geschäftigen Treiben des Januars zu verlieren. Wir halten die Magie lebendig, indem wir uns kleine „Inseln der Rauhnacht“ im Alltag bewahren, ein bewusster Atemzug, die tägliche Rückschau oder das Vertrauen auf die eigene Intuition, die in der Dunkelheit so klar zu uns sprach.


Die Anker unserer Identität - der Sinn christlicher Bräuche


In einer Welt, die sich immer schneller dreht und oft entwurzelt wirkt, sind Bräuche weit mehr als bloße Folklore. Sie sind die spirituellen Leitplanken unserer Kultur. Besonders in unseren Breitengraden – von den bayerischen Wäldern bis zu den Alpenpässen egal wo in Europa – schenkt uns die christliche Tradition einen Rhythmus, der Leib und Seele verbindet.

Bräuche sind kollektive Erinnerungen. Wenn wir eine Kerze entzünden oder ein Gebet sprechen, tun wir das nicht allein; wir verbinden uns mit Generationen vor uns, die in denselben Rhythmen Trost und Kraft fanden. In der aktuellen Zeit ist diese Verwurzelung essenziell. Die christliche Kultur bietet uns Werte wie Nächstenliebe, Hoffnung und Beständigkeit. Sie erinnert uns daran, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Diese Traditionen zu pflegen bedeutet, der eigenen Geschichte und der Landschaft, in der wir leben, mit Respekt zu begegnen. Sie geben uns den Halt, den wir brauchen, um auch in stürmischen Zeiten aufrecht zu gehen.

 

Die Weisen aus dem Morgenland: Boten des Lichts


Am 6. Januar feiern wir das Fest der Erscheinung des Herrn, Epiphanias. Die Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar – stehen symbolisch für die Suche der Menschheit nach dem Göttlichen. Sie folgten dem Stern, ließen ihre Sicherheiten hinter sich und brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe als Zeichen der Ehrerbietung.

Ihre Reise spiegelt unsere eigene Suche wider. Den Mut, dem inneren Stern zu folgen, auch wenn der Weg weit und ungewiss scheint. Sie lehren uns, dass die größten Schätze oft dort zu finden sind, wo man sie am wenigsten erwartet – in der Demut eines Stalls oder in der Stille des eigenen Herzens.

 

Der Segen an der Schwelle: 20+C+M+B+26. Ein besonderes Zeichen dieser Tage begegnet uns an fast jeder Haustür: der Segensspruch der Sternsinger. Mit Kreide wird das Zeichen 20+C+M+B+26 über die Türrahmen geschrieben.


Entgegen der weitverbreiteten Meinung stehen die Buchstaben C, M und B nicht primär für die Namen der Könige.  Sie sind die Abkürzung für den lateinischen Segen:


„Christus Mansionem Benedicat“ Christus segne dieses Haus.


Die Kreuze zwischen den Zahlen und Buchstaben symbolisieren den Segen Gottes. Die Zahlen «20» am Anfang und die «26» am Ende umschließen das neue Jahr 2026. Dieses Zeichen ist ein kraftvolles Schutzsymbol. Es besagt, dass jeder, der durch diese Tür tritt – ob Bewohner oder Gast – unter einem besonderen Schutz steht. Es ist eine Einladung an das Göttliche, im eigenen Heim und im eigenen Leben Platz zu nehmen. Es verwandelt das Haus in einen geheiligten Raum, in dem Friede und Gerechtigkeit wohnen dürfen.

Wir gehen nun vorwärts, mit dem Segen an der Tür und der Erfahrung der Rauhnächte im Herzen. Der Weg liegt vor uns – möge er hell und voller Zuversicht sein. Habt Mut zur Tradition, auch wenn sie im kühlen Licht der modernen Welt manchmal „schräg“ oder aus der Zeit gefallen wirken mag. Es ist gerade diese Eigensinnigkeit unserer Bräuche, die uns eine Identität schenkt, die über das Zeitgeistige hinausreicht. Wenn ihr die Kreide in die Hand nehmt, den Weihrauch entzündet oder ein altes Gebet sprecht, dann tut ihr das nicht als bloße Wiederholung, sondern als Akt der Rückbesinnung. Es ist ein Bekenntnis zu euren Wurzeln und zu einer geistigen Heimat, die uns gerade in stürmischen Zeiten festen Boden unter den Füßen gibt. Scheut euch nicht, diese christliche Kultur sichtbar zu leben – sie ist das unsichtbare Band, das uns mit der Erde, dem Himmel und unseren Vorfahren verknüpft. Wer seine Bräuche mit Stolz und offenem Herzen pflegt, der bewahrt nicht nur die Vergangenheit, sondern baut ein Fundament für eine beseelte Zukunft. Seid Lichtbringer in eurer eigenen Welt, ganz gleich, wie ungewöhnlich der Weg dorthin manchmal erscheinen mag.

 

Das Mosaik Gottes


Warum Europa seine Seele nur in der Freiheit und im Glauben findet.

Wer Europa zu Fuß durchmisst, wer 54.000 Höhenmeter in den Knochen spürt und den Staub der Landstraßen von Bayern über die Schweiz und Frankreich bis nach Spanien geatmet hat, der erkennt eine Wahrheit, die keinem Bürokraten am Schreibtisch in Brüssel oder Paris zugänglich ist, Europa ist kein monolithischer Block. Es ist ein lebendiger, atmender Organismus aus tausend Facetten.

 

Der „Dialektirrsinn“ und der Reichtum der Verschiedenheit


Auf meinen Wegen habe ich gelernt, dass oft schon ein Hügelkamm genügt, um in eine andere Welt einzutauchen. Es ist dieser wunderbare „Dialektirrsinn“: In einem Dorf heißt das Brot so, im nächsten, nur fünf Kilometer weiter, klingt die Sprache schon wieder erdiger, weicher oder schroffer. Diese Vielfalt der Sprachen und Bräuche ist kein Hindernis – sie ist der Reichtum unseres Kontinents.


Doch dieser Reichtum bringt unterschiedliche Lebensrealitäten mit sich, die man nicht über einen Kamm scheren kann.


Der «Hafenarbeiter in Wilhelmshaven», der gegen den peitschenden Nordseewind ankämpft, hat Sorgen, die dem «galizischen Milchbauern» im fernen, nebelverhangenen Nordwesten Spaniens völlig fremd sind. Der «bayerische Gäubodenbauer», der in Generationen denkt und tief mit seinem Grund und Boden verwurzelt ist, muss eine völlig andere Logik anwenden als der «Angestellte» in einem gläsernen Büroturm in Paris, dessen Takt angeblich von globalen Algorithmen bestimmt ist.


 Wie könnte man die Bedürfnisse der «Schweiz», mit ihrer kleinteiligen, direkten Demokratie in den Alpentälern, mit der Weite und den Wasserwegen «Hollands» vergleichen?

Die stolze, oft melancholische Geschichte Ungarns und der Vojvodina verlangt nach anderen Lösungen als die raue, freiheitsliebende Seele "Schottlands" oder die kulturelle Eleganz Österreichs, die straffe Zentralität Frankreichs – das seine eigentlichen Werte zusehends aus den Augen verliert – oder die unvergleichliche Filigranität der italienischen Regionen, mit deren kultureller Tiefe sich kaum etwas messen kann.“

 

Die innere Schale der Zwiebel: Christus als Fundament


Man mag sich fragen, wie konnte dieses zerklüftete, so unterschiedliche Europa über Jahrhunderte überhaupt funktionieren? Die Antwort liegt nicht in Verordnungen, oder in

der Zentralität, sondern im Fundament.

Unsere Kultur ist wie eine Zwiebel aufgebaut. Wir haben viele Schichten – unsere regionalen Trachten, unsere Dialekte, unsere kulinarischen Eigenheiten. Aber wenn man zum Kern vordringt, zur innersten Schale, dann findet man dort den «Glauben an Jesus Christus». Er war und ist das unsichtbare Band, das den galizischen Pilger mit dem bayerischen Wanderer und dem ungarischen Bauern verbindet. Unter dem Kreuz Christi sind wir uns begegnet; dort spielten Sprachgrenzen keine Rolle mehr, weil wir in der Liturgie, im Gebet und in den christlichen Werten dieselbe Heimat hatten.

 


Europa unter dem Scheffel unseres Herrgotts


Europa kann nur dann wirklich blühen, wenn wir es wieder unter den „Scheffel unseres Herrgotts“ stellen. Das bedeutet die Demut einzusehen, dass wir die Welt nicht allein nach unserem menschlichen Dünkel perfektionieren können.

Ein wahres Europa der Zukunft muss ein «Europa der Regionen» sein. Es braucht die Einsicht, dass die Menschen vor Ort – dort, wo die Probleme entstehen – auch die Freiheit brauchen, sie nach ihrer Fasson und ihrer Tradition zu lösen. Ein Einheitsmaßstab aus der Ferne erstickt die Lebensfreude und die Kreativität.

Echte Einheit wächst von unten nach oben, nicht von oben nach unten. Wenn wir den Regionen ihre Entscheidungsfreiheit zurückgeben und gleichzeitig fest im christlichen Fundament verwurzelt bleiben, dann wird Europa nicht nur eine prosperierende Wirtschaftszone sein, sondern eine spirituelle Kraftquelle. Vielleicht auch bald, das spirituelle Zentrum der Welt.

 

Lassen wir uns nicht einreden, dass unsere Unterschiede Trennung bedeuten. Sie sind die Farben in Gottes Garten. Und nur wenn jede Blume in ihrem eigenen Boden wurzeln darf, wird auch der Garten wunderschön blühen.

 

„In meinem tiefsten Inneren bin und bleibe ich ein Waldbub, egal wo ich lebe. Ein "gscheerd sprachiger Waidler", der die Stille meiner bayerischen Heimat und das Erbe meiner Ahnen wie einen kostbaren Schatz in die hintersten Winkel der Welt getragen hat. Auf meinen Wegen durch die Welt und Europa habe ich eine Wahrheit erfahren, die über alle Staatsgrenzen reicht. Wenn wir dem Fremden mit echtem Respekt begegnen, kehrt dieser Respekt als Segen zu uns zurück – ganz gleich, welche Sprache gesprochen oder welche Religion gelebt wird.

 

Obwohl ich ein Kind des Waldes bin, schlägt mein Herz glühend für Europa. Ich kenne seine Wege, seine Täler und seine Menschen, und ich sage euch:

Es ist ein Privileg, ein Waidler zu sein, doch es ist eine fast noch größere Gnade, ein Europäer zu sein. Aber vergessen wir niemals das Licht, unter das wir diesen Kontinent gestellt haben. Unsere Heimat atmet durch den Geist Christi; er ist der Schutzschirm – der heilige Scheffel –, der uns zusammenhält. Wenn wir diesen Glauben und diese Werte preisgeben, verlieren wir das Fundament, auf dem unser Haus gebaut ist.

Deshalb rufe ich aus tiefster Seele: Völker Europas, erkennt eure gemeinsame Wurzel! Vereinigt euch im Respekt vor der Vielfalt und im Vertrauen auf unseren Herrgott, damit das Licht Europas niemals erlischt.“



Ich wünsche uns allen Mut und ein offenes Herz für dieses neue Jahr; tragen wir das stille Licht der Rauhnächte hinaus in unseren Alltag und lassen jeden unserer Schritte – ob im tiefsten Wald oder in der weiten Ferne Europas – vom Vertrauen auf Gott und jenem Segen geleitet sein, der uns alle im Innersten verbindet.

 

Dein Wanderer zwischen den Welten,



Herzlich Harald🙏👣🎈🙏


 

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