Die Seele im Raunen der Rauhnacht 4
- Harald Schneider

- 27. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Der Hiase und der ungezähmte Aufbruch des April

Wenn die vierte Rauhnacht heraufzieht, ist es vorbei mit der Besinnlichkeit.
Der 28. Dezember gehört dem April – und im Woid ist der April kein sanfter Frühlingsbote, sondern ein unberechenbarer Rebell. Er ist die Urgewalt, die das Eis bricht, ob es will oder nicht.
Erinnere ich mich an den 28. Dezember 2021 zurück, dann saß da kein spiritueller Sucher am Tisch, der über Chakren philosophierte. Da saß der Hiase. Ein Waldbub aus dem Bayerischen Wald, ein Praktiker, der die Welt durch die Arbeit seiner Hände begriff. Er wusste damals nichts von der magischen Bedeutung dieser „Zeit zwischen den Zeiten“.
Er wusste nur eines, er hielt es dahoam nicht mehr aus.
Die Enge der Welt und die Flucht in den Woid
Die Welt da draußen war im Dezember 2021 eine andere. Alles war reglementiert, vieles war verboten. Man wollte sich treffen, etwas unternehmen, das Leben spüren – aber die Türen waren zu. Diese äußere Enge drückte dem Hiase die Luft ab. Er, der den weiten Horizont braucht, fühlte sich wie ein eingesperrtes Tier.
An diesem 28. Dezember packte er seine Sachen. Nicht, weil er ein Ritual vollziehen wollte, sondern weil der Drang zur Bewegung unerträglich wurde. Ein Ziehen in den Waden, eine Unruhe im Blut, die keine Ruhe gab. Er ging hinaus in den Wald, dorthin, wo keine Verbote galten, außer denen der Natur.
Die Vision

„Wos sogst? Wos soi des?“
Tief im kalten Tann geschah es dann. Der Hiase stand allein zwischen den stummen Fichten, der Atem dampfte in der kalten Luft. Und plötzlich war da dieses Bild. Keine Einbildung, kein Tagtraum – es war eine Vision, die sich mit einer Wucht über seine Sinne legte, dass ihm schwindlig wurde.
Er sah sich selbst. Aber nicht hier im Woid mit der Axt.
Er sah sich vor einer Kirche, er trug einen Anzug und sah aus wie ein „Schniefke“. Viele Leut' waren da und es wirkte, als würden alle nur auf ihn warten. An der Kirche stand eine Frau – sie hatte ein schwangeres Baucherl – und ihn durchfuhr es wie ein Blitz. Er war der Hochzeiter! „Ja leck mich am Arsch! I dua aus und davon!“, dachte er sich.
Der Hiase schüttelte den Kopf, rieb sich die Augen. „Wos sogst? Wos soi des?“, herrschte er die Stille an. Er, der Mann der Tat, konnte mit solchen „gspinnerten“ Bildern nichts anfangen. Visionen waren was für die Pfarrer, aber nichts für einen, der mit der Motorsäge und Baumaxt aufgewachsen war.
Erschrocken über die Deutlichkeit dieses Rufes, suchte er nach einer Erklärung und fragte mich - „Harald, sog amoi, spinn i jetzt komplett? Wos soi des sein? Wia soi i denn a Frau finden, wenn oise zugsperrt ist? Sitzt de dann wia a Aff am Baam obm?“
Der April: Monat der Entscheidung
Was der Hiase damals am 28. Dezember noch nicht begriff, er empfing gerade den „Wetterbericht“ für seinen persönlichen April. Denn der April ist der Monat der Entscheidung. Es ist die Zeit, in der die Natur nicht mehr fragt, ob sie wachsen darf – sie tut es einfach.
Der April sollte der Monat sein, in dem die Weichen gestellt wurden. Es war der Monat, in dem er draußen bei der Arbeit im Wald das erste Mal auf die Traudl treffen sollte – die Urenkelin jener Traudl von 1899. Die Seele wusste schon im Dezember, was der Verstand im April erst begreifen durfte.
Das Zwiebelorakel – Dein Blick in den April 2026
Heute schauen wir gemeinsam auf die vierte Zwiebelschale. Sie steht für den April 2026. Nimm dir heute Morgen die vierte Schale vor:
Ist sie feucht und wild? Dann wird dein April 2026 stürmisch, voller emotionaler Aufbrüche und plötzlicher Wendungen.
Ist sie ruhig und klar? Ein Zeichen für ein kraftvolles, zielgerichtetes Wachstum.
Die Botschaft des Hiase bleibt gleich. Bereite dich vor. Die Zeit des Wartens ist vorbei.
Die tiefere Bedeutung - Wenn die Seele den Verstand überholt
Rückblickend weiß ich: Der April verzeiht kein Zögern. Der Hiase musste damals im Dezember erst lernen, dass der Wald nicht nur Holz liefert, sondern auch Antworten auf Fragen, die man sich noch gar nicht zu stellen getraut hat. Er musste lernen, dass Visionen die Vorboten einer neuen Realität sind – auch wenn man sich erst einmal wie ein „Schniefke“ im Anzug darin vorkommt.
Vielleicht hast auch du Bilder im Kopf, mit denen du „erstmal überhaupt nicht umgehen kannst“. Frag dich nicht nur „Wos soi des?“, sondern lass den Sturm zu.
Deine Aufgabe für die vierte Rauhnacht
Das Orakel prüfen Was sagt die April-Schale? Notiere es dir.
Die ungezähmte Kraft: Gehe heute kurz nach draußen. Atme tief ein und stelle dir vor, wie du im April 2026 eine große Entscheidung triffst.
Der Traum: Der Traum dieser Nacht zeigt dir, welche Kraft in dir darauf wartet, endlich „durch den Asphalt zu brechen“.
Morgen werden wir gemeinsam mit dem Wanderer zwischen den Welten und der Traudl in den Mai schauen – die Zeit der Blüte und der Schönheit. Aber heute... heute lassen wir den Woid in uns toben.

Lass den Aufbruch zu. Dein Weg wartet nicht.
Dein Wanderer zwischen den Welten,
Herzlich Harald🙏👣🎈🙏
I bin vom Woid dahoam
sichere dir dein handsigniertes Exemplar und nimm an der Verlosung teil.






Kommentare