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Die Seele im Raunen der Rauhnacht 5

Eine Nacht zwischen den Welten – Die Mairauhnacht


Der Hiase und die Uroma Traudl
Der Hiase und die Uroma Traudl

Die Empfängnis der Zeit


Der Wind peitscht über die Höhen zwischen Hinterschmiding und Finsterau. Wer heute Abend vor die Tür tritt, spürt die Kälte nicht nur auf der Haut, sondern bis tief in den Knochen. Der Schnee liegt so hoch, dass die Zäune unter einer gnädigen weißen Last verschwunden sind. In dieser Nacht, in der das alte Jahrhundert seine letzten Atemzüge tut, ist die Grenze zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren dünner als ein gefrorenes Blatt.


Es ist die Mairauhnacht – die Nacht der Wandlung und des Stillstands, in der das Schicksal die Fäden für das kommende Jahr neu knüpft.

 

Ein Funke, der das nächste Jahrhundert überdauert


In einer einsamen Waldlerhütte sitzt die junge Traudl am Kachelofen. Ihre Hände sind rau von der Arbeit auf dem Feld, doch ihr Wesen ist weit. Sie ist keine Gelehrte, aber sie ist eine Sehende. Sie fühlt, dass es zwischen Himmel und Erde Mächte gibt, die wir nicht mit dem Verstand greifen, sondern nur mit der Seele ahnen können. In dieser Nacht spürt sie ein Ziehen, ein Rufen, das älter ist als der Wald selbst.


Draußen, im Schatten der mächtigen Tannen, steht der Hiase.


Er ist ein Haudegen, ein Waldarbeiter, dessen Gesicht vom Wetter gegerbt ist wie altes Leder. Er ist sicher kein „Depp“, er ist ein Naturgeist in Menschengestalt, der den Wald nicht beobachtet, sondern ein Teil von ihm ist. Er sucht nicht nach spirituellen Antworten, er ist die Antwort der Natur.


In dieser Nacht begegnen sie sich. Ohne dass sie es wissen, findet eine energetische Übertragung statt. Der Hiase empfängt von der Traudl eine Kraft – einen Segen, der nicht für den Moment bestimmt ist, sondern als Same in die Zukunft geworfen wird. Es ist ein Funke, der 123 Jahre lang durch die Kriege, den Hunger und die harten Winter der Wälder glimmen wird, um sich irgendwo im „Woid“ der Neuzeit zu manifestieren.


Damals wie heute begegnen sich ein Mann und eine Frau. Sie wissen nichts von der Last und dem Licht der Ahnen, die auf ihren Schultern ruhen. Doch das unsichtbare Band, das in jener Nacht von 1899 geknüpft wurde, steht nun kurz vor seiner Vollendung.

 

Der Spirituelle Hintergrund - Die Mairauhnacht


Die fünfte Rauhnacht ist die Nacht der Empfängnis. Sie ist dem Monat Mai zugeordnet. So wie der Mai alles zum Blühen bringt, was im Winter verborgen lag, so werden heute Nacht die Energien gesetzt, die im Frühsommer ihre volle Pracht entfalten. Es geht um das Vertrauen in das Unsichtbare. Dass ein Same, der heute im Dunkeln gesät wird, die Kraft besitzt, den harten Boden des Alltags zu durchbrechen.

 

Das Ritual der Zwiebelschalen


Achte heute besonders auf die fünfte Schale, für den Mai.

Sie zeigt dir, wie die heute empfangene Energie im Frühjahr zur Entfaltung kommt.


Die Schale ist trocken. Das Salz ist kristallin geblieben.

Dies ist das Zeichen für Klarheit und Beständigkeit.


Dein Vorhaben steht auf einem festen Fundament. Es gibt keine versteckten emotionalen Hindernisse. Der Mai wird ein Monat der harten, aber erfolgreichen Arbeit. Es ist die Energie des Hiase, gradlinig, trocken, ehrlich. Ein guter Monat für Verträge und Abschlüsse.

 

Die Schale ist feucht. Das Salz ist verklumpt oder geschmolzen.

Dies deutet auf Emotionen, Reinigung oder „Segen von oben“ hin.


Im Mai wird vieles in Fluss kommen. Feuchtigkeit bedeutet im bäuerlichen Orakel meist Fruchtbarkeit, kann aber auch Tränen der Erlösung oder notwendige Klärung bedeuten. Es ist die Energie der Traudl. Das Intuitive bricht sich Bahn. Wenn du vor Entscheidungen stehst, solltest du im Mai eher auf dein Gefühl als auf nackte Zahlen hören. Es fließen Energien, die du nicht kontrollieren kannst, die dir aber nützen werden.

 

Die Schale steht voll Wasser. Das Salz ist gänzlich aufgelöst.


Dies ist ein Zeichen für große Veränderung oder eine „Überflutung“. Der Mai wird ein intensiver Monat der Wandlung. Es könnte bedeuten, dass alte Strukturen weggeschwemmt werden, um Platz für das Neue zu machen. Es ist eine Warnung vor Überforderung, aber auch die Verheißung einer tiefen Reinigung. In Bezug auf deine Aufgabe könnte dies der Moment sein, in dem der endgültige Durchbruch gelingt, weil der Ballast der Vergangenheit endgültig losgelassen wird.

 

Das Ritual dieser Rauhnacht


Gehe kurz vor Mitternacht einen Moment vor die Tür. Atme die kalte Luft tief ein und stelle dir vor, wie du die Kraft deiner Ahnen einatmest – die Zähigkeit des Hiase und die Intuition der Traudl. Zünde danach eine Kerze an und schreibe einen einzigen Satz auf, den du in diesem Moment auf Welt bringen möchtest.


Das Gebet dieser Rauhnacht


„Herrgott, du Herr über Zeit und Ewigkeit. Segne den Samen, den ich heute Nacht empfange. Lass die Kraft meiner Ahnen in mir lebendig werden, damit ich aufrecht stehe wie eine Fichte im Wind. Schütze, was wachsen will, und gib mir die Geduld, auf die Blüte zu warten. Amen.“


Deine Aufgaben für die fünfte Rauhnacht:


  1. Das Orakel prüfen: Prüfe morgen früh deine Zwiebelschalen. Was sagt die Mai-Schale? Notiere es dir.


  2. Die ungezähmte Kraft: Gehe heute kurz vor Mitternacht nach draußen. Atme tief ein und stelle dir vor, wie du im Mai 2026 eine große Entscheidung triffst, geführt von der Kraft, die heute empfangen wird.


  3. Der Traum: Lege dir einen Zettel und Stift ans Bett. Was die Nacht dir zeigt, ist oft ein Spiegel der Mai-Energien.


In dieser Nacht, in der die Zeit ihre Relativität offenbart und die Grenzen zwischen den Welten schwinden, spüre die tiefe Verbindung zu deinen Wurzeln.




Morgen, am 30. Dezember, blicken wir in die sechste Rauhnacht, die den Juni repräsentiert. Es ist die Zeit der Sommersonnenwende, in der das Licht am höchsten steht. Von der stillen Empfängnis der heutigen Nacht wandern wir morgen zur flammenden Manifestation.






 

Gib dich der Empfängnis hin. Dein Weg ist vorbestimmt.

Dein Wanderer zwischen den Welten,


Herzlich Harald🙏👣🎈🙏


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