Die Seele im Raunen der Rauhnacht 7
- Harald Schneider

- 31. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Wenn Seelen sich rufen

Das unsichtbare Netz
Wir befinden uns mitten im Herzschlag der "Zeit zwischen den Jahren". Draußen mag der Wind den Schnee über die Hänge peitschen oder eine fast unnatürliche Stille über den Tälern liegen. Es ist die 7. Rauhnacht, die Schwelle vom alten zum neuen Jahr (31. Dezember auf 1. Januar). Während die Welt da draußen mit Böllern und Korkenknallen versucht, das Alte zu verscheuchen, geschieht das wahre Wunder in der Stille.
Die heutige Nacht hat eine vibrierende Schwingung. Der Vorhang zwischen den Welten – und auch zwischen den Menschen – ist heute im Grunde nicht vorhanden. Die Luft riecht nach Veränderung, nach Weihrauch und, wenn man mit der Seele riecht, nach der hellen, heißen Klarheit eines Julitages, der noch in weiter Ferne liegt.
Die Vision der Traudl und Hiase's Traum
In einer tief verschneiten Hütte am Waldrand saß die Traudl. Sie war allein in dieser Silvesternacht. Die Holzscheite knackten im Ofen, und auf dem Tisch tanzte die kleine Flamme einer Bienenwachskerze. Traudl starrte in das Licht, auf der Suche nach einer Antwort für das kommende Jahr.

Plötzlich weitete sich ihr Blick. Die Hütte verschwand. Sie sah ein weites Feld im Hochsommer. Die Julihitze flirrte über dem Korn, die Grillen zirpten ohrenbetäubend laut. Mitten im Feld stand eine Gestalt, die aussah wie sie selbst, doch sie wirkte größer, aufrechter.
Diese "Traudl" hielt ein riesiges, goldenes Sieb in den Händen und schüttelte es kräftig. Steine, Staub und vertrocknete Blätter fielen hindurch, bis nur noch pures, glänzendes Gold und reines Korn übrig blieben. „Klarheit!“, flüsterte Traudl in ihre einsame Hütte. „Es geht nur noch um das Wesentliche.“ Und während sie das sah, durchströmte sie eine unerklärliche Wärme, ein Gefühl von tiefer Verbundenheit, als würde jemand am anderen Ende der Welt gerade ihren Namen rufen, Traudl.
Viele Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Bergkamms, lag der Hiase in seiner eigenen, etwas zugigen aber doch warmen Hütte. Er schlief tief und fest, die Zipfelmütze tief ins Gesicht gezogen. In seinem Traum stand er an einem tiefen Brunnen und ließ versehentlich seine beschlagene Brille hineinfallen. Panisch fischte er im trüben Wasser, doch als er die Brille herauszog und aufsetzte, war sie kristallklar. Er blickte auf die Weide nebenan und rieb sich die Augen: Dort standen nicht die üblichen drei struppigen Kühe des Nachbarn, sondern vier. Und die vierte – der Hiase hätte es schwören können – war ein leuchtend weißes Einhorn, das ihn sanftmütig anblickte.
Mit einem Ruck fuhr der Hiase in seinem Bett hoch. Sein Herz klopfte. „A Einhorn?“, brummte er verwirrt in die Dunkelheit. «Zefix», «da Krampf wird jeden Tag gressa.» Gerade wollte er anfangen sich auzuregen. Doch dann merkte er, er fühlte sich seltsam... wach, oder doch nicht? Und da war dieses unerklärliche Ziehen in der Brust, eine Sehnsucht nach etwas – oder jemandem –, das er nicht benennen konnte. Ein komisches Gefühl das ihn aber ruhig bleiben liess, ganz entgegen seiner Eigenschaft. Was ist los mit ihm?
Die Botschaft
Traudl und Hiase wissen noch immer nichts voneinander. Ihre Körper sind getrennt durch Schnee und Berge, ihre Gedanken sind verwirrt von Sieben und Einhörnern. Aber in dieser Rauhnacht haben ihre Seelen miteinander kommuniziert. Sie haben sich auf der energetischen Ebene verabredet. Das ist die Magie dieser Nacht. Die spirituelle Manifestation ist oft schon vollzogen, lange bevor unser Verstand es begreift. Traudls Klarheit (das Sieb) und Hiases Fähigkeit, das Wunderbare zu sehen (das Einhorn durch die klare Brille), sind zwei Hälften eines Ganzen, die sich im kommenden Juli finden werden. Wir müssen nicht immer alles wissen, manchmal reicht es aus einfach zu fühlen, dass etwas Großes auf dem Weg ist.
Innere Klarheit und Vorbereitung auf den Juli
Die 7. Rauhnacht steht korrespondierend für den Monat «Juli». Im Juli steht die Sonne am höchsten, das Licht ist unerbittlich und deckt jeden Schatten auf. Heute bereiten wir den Boden dafür vor. Es geht darum, den inneren Sieb zu benutzen. Was darf mit in die zweite Jahreshälfte? Was ist nur alter Lärm? Wenn wir jetzt die Klarheit im Geiste schaffen, wird sich die Realität im Sommer danach formen.
Das Gedanken-Sieb
Nimm ein Blatt Papier und schreibe alles auf, was dir gerade "zu viel" ist in deinem Kopf. Sorgen, To-Dos, Zweifel. Dann nimm einen roten Stift und streiche rigoros alles durch, was du heute nicht lösen kannst. Was übrig bleibt, ist das Wesentliche.
Horchen in die Ferne
Setz dich für fünf Minuten in absolute Stille bei offenem Fenster (dick eingepackt!). Lausche nicht auf die Geräusche, sondern auf das Gefühl hinter der Stille. Spürst du eine Resonanz? Eine Ahnung von etwas Neuem, das auf dich zukommt?
Digital Detox light
Schalte heute Abend für mindestens zwei Stunden dein Handy komplett aus. Klarheit braucht Raum, keine ständige Berieselung.
Das Ritual der heutigen Rauhnacht - Das Wasser der Weitsicht
Wir nutzen das Element Wasser, um den "Nebel" des Hiase zu klären und Traudls "Sieb" zu aktivieren.
1. Fülle eine schöne Schale mit klarem, kaltem Wasser.
2. Stelle sie vor eine brennende Rauhnachtskerze, sodass sich das Licht darin spiegelt.
3. Tauche deine Fingerspitzen hinein und benetze sanft deine geschlossenen Augenlider.
4. Sprich dabei laut oder leise:
„Ich reinige meinen Blick von alten Schleiern. Ich öffne mich für die Klarheit meiner Seele und vertraue darauf, dass sich zeigt, was zusammengehört. Mein Juli wird hell.“
Wie sieht deine Zwiebelschale für den heutigen Tag aus?
Wir erinnern uns, wir schälen uns zum Kern vor. Die Schale für den heutigen Tag (Juli)
Diese Schicht ist die "Transparenz-Schale". Sie ist oft milchig und trüb, verklebt von alten Glaubenssätzen und der Angst, wirklich gesehen zu werden.
Erklärung des Zustands und Auswirkung:
Wenn du diese Schale heute mutig abziehst und dich für die innere Klarheit entscheidest, bereitest du den Boden für einen strahlenden Juli im nächsten Jahr. Du wirst im Sommer nicht mehr im Trüben fischen, sondern genau wissen, wo dein Platz ist – und wer oder was an deine Seite gehört. Die Manifestation kann im Juli landen, weil die Landebahn frei ist.
Das Gebet für die heutige Rauhnacht

„Allwissende Quelle, verborgene Weisheit, meine Seele kennt den Weg, auch wenn mein Verstand noch zweifelt. Schenke mir die Geduld, dem unsichtbaren Faden zu vertrauen. Reinige meine Wahrnehmung wie durch ein goldenes Sieb. Ich bin bereit für die Klarheit, die kommt. Ich bin bereit zu sehen, was wahr ist. Amen.“
Deine Aufgaben für die 7. Rauhnacht:
Wir bauen auf der Seelenarbeit von gestern auf und richten den Fokus aus.
Reflektion & Vision
Schreibe nicht auf, was du «tun» willst im Juli, sondern wie du dich «fühlen» willst. (z.B. "leicht", "angekommen", "verbunden").
Bereinigung des Raumes
Heute ist ein guter Tag, um Fenster zu putzen – zumindest symbolisch eines. Damit die Sicht nach draußen klar wird.
Räuchern
Nutze heute klärende Düfte. «Weihrauch» (für die Verbindung nach "oben") gemischt mit etwas «Wacholder» (um Altes zu vertreiben) oder «Kampfer» (für messerscharfe Klarheit) ist ideal.
«Deine Seele hat die Einladung für deine Zukunft längst verschickt – vertraue darauf, dass die Antwort unterwegs ist, auch wenn dein Briefkasten heute noch leer scheint.»
Morgen betreten wir „Die Seele im Raunen der Rauhnacht 8“. Wir blicken auf den mächtigen Monat «August». Nachdem wir heute die Klarheit gefunden haben, geht es morgen um die Kraft, die Ernte auch einzufahren. Es wird Zeit, die Ärmel hochzukrempeln!

Verabschiede dich vom alten Jahr mit einem klaren Blick und einem offenen Herzen für die Wunder, die schon auf dem Weg zu dir sind. Einen guten Rutsch in ein Jahr voller Klarheit!
Dein Wanderer zwischen den Welten,
Herzlich Harald🙏👣🎈🙏
I bin vom Woid dahoam
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