Die Seele im Raunen der Rauhnacht 9
- Harald Schneider

- 2. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Wenn der Nebel tanzt

Draußen herrscht jene magische Stille, die so dick ist, dass man sie fast in Scheiben schneiden könnte. Der 8. Tag hat uns tief in die Abgründe unserer Seele geführt – das war schwere Kost, fast wie der üppige «Festbraten», der einem nachts noch im Magen liegt. Aber heute, in der 9. Rauhnacht, ändert sich das Wetter, denn es knistert im geistigen Gebälk. Die schwere, feuchte Kälte weicht einer kristallinen Frische. Wer genau hinhört, der merkt, das Raunen wird leiser, dafür wird der Blick schärfer. Es ist die Nacht, in der die Geister der Vergangenheit kurz Pause machen, um Platz für die Visionen der Zukunft zu schaffen.
Das Treffen im Geisternebel
Damit der "Hiase" (unser bodenständiger Waldprophet) und die "Traudl" (die Frau mit dem siebten Sinn für alles Übersinnliche) sich überhaupt in Wirklichkeit treffen können, muss das Universum erstmal ordentlich aufräumen.
In der spirituellen Welt wird heute der „kosmische Staubsauger“ angeworfen. Der dichte Seelennebel der letzten Nacht, in dem man die eigene Hand vor Augen nicht sah (und schon gar nicht den Weg zum nächsten Wirtshaus), verzieht sich. Warum? Weil die «Wilde Jagd» heute eine Verschnaufpause einlegt. Die Portale zwischen den Welten stehen nicht mehr sperrangelweit offen, sondern bilden einen fokussierten Lichttunnel.

Was sich ändert!
Im Außen legt sich der Wind. Die Natur hält den Atem an. Es ist diese absolute Windstille, die es dem Hiase ermöglicht, das leise Klirren von Traudls Rosenkranz zu hören, und der Traudl erlaubt, den würzigen Tabakgeruch von Hiases Pfeife wahrzunehmen. Die geistige Welt schaltet um, von „Chaos“ auf „Fokus“. Nur in dieser absoluten äußeren Ruhe können die beiden ihre inneren Stimmen so weit synchronisieren, dass über die Seele sogar so etwas wie ein echtes Gespräch stattfinden kann. Sie treffen sich an der alten Wegkreuzung – dort, wo das Licht der Sterne den Schnee blau schimmern lässt.
Wahre Begegnung erfordert Klarheit. Nur wer den Nebel der eigenen Emotionen lichtet, kann dem anderen (und sich selbst) wirklich begegnen.
Das Thema der heutigen Rauhnacht - Innere Klarheit
Heute geht es ans Eingemachte. Nachdem wir gestern die Seele gestreichelt haben, wird heute der Fokus geschärft. «Innere Klarheit» bedeutet: Was gehört zu mir? Was ist nur „emotionales Gerümpel“, das ich von anderen mitgeschleppt habe? Es ist die Nacht der Inventur. Wir sortieren die Träume der letzten Tage und fragen uns: Was davon ist Gold und was ist nur Katzengold?
Praktische Impulse:
Der Weitblick-Check
Geh für fünf Minuten an die frische Luft. Atme die kalte Luft tief ein. Stell dir vor, jeder Atemzug putzt deine Gedanken wie ein Fensterputzer die Scheiben.
Gedanken-Sortieren
Nimm dir zwei Zettel. Auf einen schreibst du: „Das bin ich.“ Auf den anderen Seite, „Das glauben die anderen, dass ich bin.“ Verbrenn den zweiten (symbolisch oder echt – aber pass auf die Vorhänge auf 😊).
Stille aushalten
Schalte heute Abend alles aus. Kein Handy, kein Fernseher, kein Radio. Nur du und das Ticken der Uhr. Was hörst du, wenn nichts mehr lärmt?
Das Ritual der heutigen Rauhnacht:
Das Räuchern der Visionen
Benutze heute «Weihrauch» oder «Wacholder». Wacholder wirkt klärend und vertreibt die letzten Nebelgeister der achten Nacht.
1. Gehe mit der Räucherschale durch jeden Raum.
2. Sprich dabei (gerne laut, auch wenn die Nachbarn schauen): „Nebel geh, Klarheit komm! Ich seh jetzt, wo i her bin und wo i hin will.“
3. Setz dich danach hin und schreibe drei Ziele für das kommende Jahr auf, die sich „kristallklar“ anfühlen.
Wie sieht deine Zwiebelschale für den heutigen Tag aus?
Stell dir dein Leben wie eine Zwiebel vor. Die heutige Schale ist die September-Schale. Der September ist die Zeit des „Altweibersommers“ – wenn die Luft morgens schon herrlich kühl und klar ist, während die Nachmittagssonne alles in ein goldenes Licht taucht. Es ist der Monat des Erntedanks, aber auch des Übergangs.
Der Zustand der Schale
Wenn du heute Klarheit schaffst, wird dein September 2026 keine Zeit des herbstlichen Blues, sondern eine Phase der „goldenen Balance“. Eine glatte Schale bedeutet, dass du mit einem scharfen Blick erkennst, was in deinem Lebensgarten reif ist und was du getrost auf den Kompost werfen kannst.
Die Auswirkung
Eine saubere, feste Schale heute sorgt dafür, dass du im September nächsten Jahres die Früchte deiner Arbeit einfahren kannst, ohne im Ernte-Stress zu versinken. Wenn die Schale heute rissig bleibt (weil du dich im Unwesentlichen verfängst), wird der September ein Monat der Entscheidungskämpfe. Also: Polier die Schale, bis sie golden glänzt wie ein reifer Septemberapfel!
Das Gebet für die heutige Rauhnacht
„Mächte des Lichts, Geister der Klarheit, nehmt den Schleier von meinen Augen. Lasst mich sehen, was wahr ist, und lassen, was blendet. Gib mir die Kraft, so rein zu werden wie das Eis des Bergsees, damit sich der Himmel in mir spiegeln kann. Schenke mir den Mut zum Wesentlichen. Amen.“
Deine Aufgaben für die 9. Rauhnacht:
Hier ist dein Hausaufgabenheft für den Geist, übersichtlich wie ein bayerischer Wanderweg:
1. Entrümpeln
Wirf eine Sache weg, die du seit einem Jahr nicht mehr benutzt hast (physisch oder
digital).
2. Visualisieren
Schließe die Augen und stell dir dich selbst im Juli vor. Wo stehst du? Wer ist bei dir?
Schreib es kurz auf.
3. Wahrheit aussprechen
Sag heute jemandem etwas, das du schon lange klären wolltest – aber mit Liebe und
bayerischer Direktheit.
4. Stille-Dosis
Verbringe 15 Minuten in absoluter Dunkelheit, um deine „innere Taschenlampe“ zu
finden.
„Nur wer den Mut hat, durch den eigenen Nebel zu gehen, wird am Ende mit der Aussicht vom Gipfel belohnt – und der Juli wird es dir mit strahlendem Sonnenschein danken!

Morgen wird es wieder tiefgründig und wir wandern weiter im Jahreskreis. Es erwartet uns, „Die Seele im Raunen der Rauhnacht 10“ – Der Monat Oktober. Wir schauen uns an, wie wir die Klarheit nutzen, um loszulassen.
Möge dein September so golden, klar und reichhaltig sein wie eine frisch geerntete Streuobstwiese irgendwo in unserem Kulturkreis!
Dein Wanderer zwischen den Welten,
Herzlich Harald🙏👣🎈🙏
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