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🌌 Gli altri siamo noi

Eine nächtliche Fahrt zur Quelle der Seele.


Gli altri siamo noi ... welch Worte, welch Gefühl ...
Gli altri siamo noi ... welch Worte, welch Gefühl ...

Es ist zwei Uhr morgens. Das Scheinwerferlicht frisst sich mühsam durch das nasse Schwarz der Autobahn. Draußen peitscht eine Art Schneeregen gegen das Metall, und das sanfte Gleiten über den Asphalt fühlt sich fast an wie ein Schweben im Nichts. In dieser Isolation, zwischen der Wärme des Innenraums und der unerbittlichen Kälte der Welt da draußen, geschieht es oft. In der Tiefe der Nacht wird die Trennung hinfällig. Die feste Grenze zwischen der sichtbaren Realität und dem unsichtbaren Raum dahinter löst sich auf, am Ende bleibt nur noch das reine Sein übrig.


Und dann dieser Song. Umberto Tozzi. https://www.youtube.com/watch?v=F_gClHa5sJs

Eine Melodie aus einer anderen Zeit, die plötzlich den Raum füllt. „Gli altri siamo noi“ – Die anderen sind wir. Es ist kein bloßer Refrain; es ist eine Offenbarung, die genau in die Stille der nächtlichen Fahrt passt. Während ich durch die Dunkelheit steuere, wird die Musik zum Kompass für meine Reise, die weit tiefer geht als die Kilometeranzeige auf meinem Tacho.


Der Spiegel in der schwarzen Wand


Umberto Tozzis Text ist eine bittere und zugleich wunderschöne Bestandsaufnahme unserer Existenz. Er spricht von den „bequemen Wüsten aus Apartments und Ruhe“, in denen wir uns vor der Welt verstecken. Wir glauben, wir seien Inseln. Wir glauben, der Fremde auf der Straße, der Arbeiter, der durch Roboter ersetzt wurde, oder der Suchende an der Ecke hätten nichts mit uns zu tun.

Doch das Lied reißt diese Mauern nieder. „Come specchi gli occhi nei volti“ – Wie Spiegel sind die Augen in den Gesichtern. Wenn wir wirklich in das Gesicht eines anderen blicken, dann sehen wir nicht einen Fremden. Wir sehen eine Version von uns selbst, die unter anderen Umständen, an einem anderen Ort, zur selben Zeit existiert. Es gibt keine „Anderen“. Es gibt nur unzählige Facetten desselben menschlichen Diamanten.


In Lak’ech Ala K’in


Ich erinnere mich an die Worte, die ich vor vielen Jahren bei den indigenen Völkern lernte: „In Lak’ech Ala K’in“. Es ist mehr als ein Gruß; es ist ein kosmisches Gesetz. Ich bin ein anderes Du. Du bist ein anderes Ich. Die Maya wussten, was wir in unserer modernen, spekulativen Welt oft vergessen haben. Wir sind energetisch und substanziell so eng verwoben, dass jede Trennung eine Illusion ist. Wenn ich dich verletze, verletze ich mich selbst. Wenn ich dich ehre, ehre ich mich selbst.

In der Stille meiner Fahrt, während die Welt da draußen schnell vorbeizieht, wird dieses Wissen greifbar. Wir sind alle aus demselben Sternenstaub gewebt, angetrieben von derselben Sehnsucht nach Anerkennung, Frieden und einem Ort, an dem wir willkommen sind.


Der unzerstörbare Kern der Verbundenheit


In einer Welt, die sich oft in Spekulationen verliert – in Zahlen, Marktwerten und virtuellen Identitäten –, ist Substanz das Einzige, was wirklich Bestand hat. Während draußen alles schwankt, ist es die Werthaltigkeit unseres Seins, die uns erdet. Und dieser Wesenskern  des Menschseins ist universell. Er ist nicht verhandelbar, er kann nicht gehandelt werden wie eine Aktie; er ist einfach da, in jedem von uns. Betrachten wir es nüchtern und doch voller Staunen:


  • Biologisch

    Wir teilen 99,9 % unserer DNA mit jedem anderen Menschen auf diesem Planeten. Die Unterschiede, auf die wir so oft pochen – Nationalität, Hautfarbe, Besitz –, machen weniger als ein Zehntel Prozent unseres Wesens aus.


  • Atomar

    Die Atome im Körper waren einst Teil von sterbenden Sonnen, von Ozeanen und vielleicht sogar von jenem Boden, über den wir ein Leben lang gewandert sind.


  • Emotional

    Der Schmerz eines Vaters in der Ferne ist derselbe Schmerz, den du fühlst. Die Freude eines Kindes ist universell. Wir weinen in derselben Sprache.


Wenn Tozzi singt „Allah come Gesù“, dann meint er nicht die Gleichschaltung von Religionen, sondern die Erkenntnis, dass das Streben nach dem Höheren, nach Sinn und nach Trost in jeder Seele dieselbe Frequenz hat. Ob in einer Kirche, einer Moschee oder allein in einem Auto auf einer glatten Autobahn – das Gebet des Herzens ist überall gleich.


Wenn die Masken fallen


Es gibt Momente auf den langen Wegen des Lebens – sei es auf staubigen Pfaden über viele Kilometer oder in den stillen Krisen des Alltags –, in denen die mühsam errichteten Fassaden Risse bekommen. Eine Wanderung durch Länder und über Tausende von Höhenmetern ist in Wahrheit keine bloße physische Leistung. Sie ist eine Exerzitie der Entäußerung. Wer sich dem Weg so radikal ausliefert, verliert zwangsläufig die Masken, die er in der Gesellschaft so sorgfältig pflegt.

In dieser Reduktion auf das bloße Sein spielt es keine Rolle mehr, ob jemand im Alltag als „Trader“, „Diplomat“ oder „Handwerker“ firmiert. Auf der Straße der Welt ist man nur noch ein Mensch unter Menschen. Und genau in dieser Wahrhaftigkeit geschieht das Wunder. Man begegnet dem „Anderen“ auf absoluter Augenhöhe. Der Pilger aus einem fernen Land, der in einer regennassen Nacht ein Stück Brot teilt, ist in diesem Moment kein Fremder mehr. Er ist das eigene Spiegelbild auf einem anderen Abschnitt derselben Reise.



Das Ende der Isolation


Die Fahrt geht weiter. Die „schwarze Wand“ vor mir ist nicht länger bedrohlich. Sie ist nur die Leinwand, auf die das Leben seine Geschichten malt. Wir sind verwandt. Nicht nur durch Blut, sondern durch das gemeinsame Schicksal, auf diesem kleinen, blauen Planeten nach Sinn zu suchen. Die „Zigeuner des Ostens“, die „Arbeiterfamilien“, die „Indios und Hindus“ – sie alle sind Passagiere auf demselben Schiff. Wenn wir das wirklich begreifen, ändert sich alles. Mitleid wird zu Mitgefühl. Urteil wird zu Verständnis. Wenn du das nächste Mal in die Augen eines Menschen blickst – sei es ein Geschäftspartner bei deiner Arbeit oder ein Fremder an einer Raststätte –, halte einen Moment inne. Erinnere dich an den Rhythmus von Tozzis Song. Erinnere dich an In Lak’ech ala k'in.

Wir sind nicht allein auf dieser Straße. Wir waren es nie. Die Milliarden von Lichtern in den fernen Städten sind keine fremden Welten. Es sind Spiegelbilder der eigenen Seele, die darauf wartet, erkannt zu werden.

Die Anderen sind wir. Und in dieser Erkenntnis liegt der tiefste Frieden, den wir finden können. Die Straße mag nass und glatt sein, aber sie trägt uns alle nach Hause.


🫂 Die Ankunft im Wir


Die lange Fahrt durch die Nacht neigt sich dem Ende zu. Der Song von Tozzi ist längst verklungen, die Scheibenwischer haben ihre Arbeit getan, doch die Wahrheit, die sich in der Dunkelheit zwischen den Lichtkegeln offenbart hat, bleibt zurück. Wir sind keine isolierten Inseln, die beziehungslos im Ozean der Zeit treiben, bis wir vergehen. Die Masken, die wir im Alltag tragen – unsere Berufe, unser Status, unsere vermeintlichen Erfolge –, sind hauchdünn. Darunter schlägt in jeder Brust derselbe Rhythmus, getrieben von denselben Ängsten und derselben Hoffnung auf Liebe.

Die Erkenntnis, dass „die Anderen wir sind“, ist weit mehr als eine philosophische Abstraktion oder eine poetische Liedzeile. Sie ist der Schlüssel zu einem radikal anderen Leben. Wenn wir wirklich begreifen – nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen –, dass jede Begegnung im Außen eine Begegnung mit einem verborgenen Teil von uns selbst ist, verwandelt sich die Welt. Die bedrohliche Fremdheit weicht einer tiefen Vertrautheit. Das Urteil weicht dem Mitgefühl. Und die vermeintliche Einsamkeit der Straße wird zur Gewissheit einer gemeinsamen Heimkehr. Du bist ein anderes Ich. Ich bin ein anderes Du. Und in diesem Wir sind wir niemals allein.


Der Spiegel im Alltag


Um zu prüfen, ob die Botschaft von In Lak’ech Ala K’in nicht nur deinen Verstand, sondern auch dein Herz erreicht hat, lade ich dich zu einer kleinen, aber wirkungsvollen Übung im Alltag ein. Sie erfordert keine extra Zeit, nur eine Verschiebung deiner Aufmerksamkeit.


Die Übung: „Der zweite Blick“


Suche dir in den nächsten Tagen eine ganz alltägliche Situation aus, in der du auf einen Menschen triffst, den du normalerweise kaum wahrnimmst oder den du vielleicht vorschnell beurteilst:


  • Die gestresste Kassiererin im Supermarkt.

  • Der Fahrer im Auto neben dir, der drängelt.

  • Der Mensch, der am Bahnhof um Kleingeld bittet.

  • Oder sogar ein Geschäftspartner, mit dem es schwierig ist.


Schritt 1: Das Innehalten

Wenn du diesen Menschen siehst, stoppe für einen winzigen Moment deinen automatischen inneren Monolog (die Bewertung, das Genervtsein, das Ignorieren). Atme einmal tief ein.


Schritt 2: Die Erkenntnis

Schaue diesen Menschen für eine Sekunde wirklich an – nicht starrend, sondern wahrnehmend. Sage innerlich, ganz still zu dir selbst, den Satz:

„Das bin ich – in einem anderen Leben, unter anderen Umständen, mit einer anderen Geschichte.“ Oder nutze die uralten Worte: „In Lak’ech Ala K’in.“


Schritt 3: Das Nachspüren

Achte darauf, was in diesem Bruchteil einer Sekunde in dir passiert.

Spürst du, wie die Distanz sich verringert? Wie die Härte aus deinem Urteil weicht? Wie

sich vielleicht ein kleines Fenster des Verständnisses oder zumindest der Neutralität öffnet?

Wenn du spürst, dass sich das Gefühl von „Ich hier gegen Die dort“ für einen Herzschlag lang auflöst in ein Gefühl von gemeinsamem Menschsein – dann hast du verstanden. Dann ist die Botschaft angekommen. Dann lebst du, für diesen Moment, die Wahrheit, dass die Anderen wir sind.



Gli altri siamo noi und In Lak’ech sind das Echo derselben Botschaft: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Möge dein Tag von dieser Erkenntnis gesegnet sein. Wir alle sind Pilger auf derselben Straße, die nach Hause wollen und tief im Inneren auf die eine Wahrheit warten, die alles heilt: ‚Ich liebe dich‘.


Dein Wanderer zwischen den Welten,



Herzlich Harald🙏👣🎈🙏


 

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