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Von der Zerrissenheit zur Nachfolge

Aktualisiert: vor 22 Stunden

Siamo piccoli e grandi, siamo santi e assassini 


"Siamo piccoli e grandi, siamo santi e assassini“
"Siamo piccoli e grandi, siamo santi e assassini“

"Siamo piccoli e grandi, siamo santi e assassini“ – Wir sind klein und groß, wir sind Heilige und Mörder.


Mit diesen Worten beschrieb Umberto Tozzi einst das Paradox unseres Menschseins. Es ist eine Zeile, die keine Spekulation zulässt. Sie ist reine Substanz. Wer ehrlich in sein eigenes Herz blickt, der weiß, in uns allen wohnt die Fähigkeit zum Größten und zum Schrecklichsten. Wir sind klein in unserer Angst und groß in unserer Sehnsucht; wir sind heilig, wenn wir lieben, und wir „morden“, wenn wir hassen, verurteilen oder die Wahrheit in uns ersticken.


Doch was fangen wir mit dieser Zerrissenheit an? Die moderne Welt rät uns oft, die dunklen Seiten wegzuwischen, sie zu überspielen oder in einer Welt der digitalen Illusionen zu verstecken. Aber das Menschsein lässt sich nicht weg-spekulieren. Die Last unserer Widersprüche bleibt.


Die Begegnung in der Mitte des Weges


An diesem Punkt der radikalen Ehrlichkeit begegnen wir einer Gestalt, die nicht vor unseren Abgründen zurückgewichen ist. "Jesus Christus."


Er kam nicht zu denjenigen, die behaupteten, nur „groß“ und „heilig“ zu sein. Er suchte die Kleinen, die Zerrissenen, die „Mörder“ am Rande der Gesellschaft. Er kannte die Tiefe unseres Falls, und dennoch – oder gerade deshalb – sagte er diesen einen, alles verändernden Satz:


„Folge mir nach.“


In diesem Ruf liegt die Auflösung des Paradoxons. Jesus verlangt von uns nicht, dass wir unsere menschliche Natur verleugnen. Er lädt uns ein, sie in seine Spur zu legen. Er ist der einzige, der aus dem „Assassino“ in uns einen „Santo“ machen kann – nicht durch Theorie, sondern durch den gemeinsamen Weg.


Der Weg als Vater und Mutter unseres Seins


Dieses „Folgen“ hat in Europa eine physische Form angenommen: den "Sternenweg." Er ist mehr als nur eine historische Route; er ist der Vater und die Mutter unseres europäischen Bewusstseins. Er ist die in Stein und Erde gemeißelte Antwort auf den Ruf Jesu.


Jahrhundertelang sind Menschen diesem Pfad gefolgt, nicht um eine sportliche Leistung zu erbringen, sondern um ihre innere Zerrissenheit auf den Boden zu bringen. Jeder Schritt auf dem Sternenweg ist ein gelebtes Gebet. Wir atmen inmitten eines spirituellen Vermächtnisses ganzer Epochen und bewegen uns auf der Aorta des Glaubens, in der Millionen Seelen ihre unlöschbare Signatur hinterlassen haben. Es ist das alchemistische Werk der Seele, die schwere Endlichkeit unseres Fleisches so lange am unnachgiebigen Schliff der Realität zu prüfen, bis der Widerstand der Materie bricht, sich der unendlichen Weite Gottes übereignet und in Ihm Ruhe findet.


Die Signatur der Seelen
Die Signatur der Seelen

Wenn wir heute wieder lernen, Jesu Spuren zu folgen, dann tun wir das nicht als perfekte Wesen. Wir gehen als Menschen, die wissen, dass sie beides sind - Heilige und Mörder. Aber wir gehen nicht allein. Wir folgen dem, der den Weg bereits bis zum Ende gegangen ist – durch den Tod hindurch in das Leben.


Die Einladung


Wahre Gerechtigkeit und wahrer Friede – jene Themen, die unsere Welt so schmerzlich vermisst – entstehen nicht am grünen Tisch der Spekulation. Sie entstehen dort, wo Menschen den Mut haben, in die Nachfolge Jesu zu treten. Dort, wo wir erkennen:

"Gli altri siamo noi" – die Anderen sind wir.


Lassen wir uns wieder mitnehmen. Nicht auf irgendeinen Weg, sondern auf den Weg, der uns zu unserem eigentlichen Kern führt. Folgen wir der Spur des Herrn, denn nur in seinem Licht werden unsere Widersprüche zu einer neuen, heiligen Einheit.


Maria Magdalena und das Schreiten zwischen den Welten


Bevor wir jedoch ganz in die unendliche Weite Gottes eingehen können, müssen wir eine Gefährtin betrachten, deren Herz die „Wurzel aller Wurzeln“ berührt hat - Maria Magdalena. In ihr begegnen wir der Vorstufe einer neuen Dimension. Sie ist die Wanderin zwischen den Welten, die Frau, die am leeren Grab ausharrte, als alle anderen bereits geflohen waren.

Sie lehrt uns, dass die Nachfolge nicht nur ein gerader Weg von A nach B ist. In ihrer Geschichte erkennen wir, dass der Pfad sich oft windet, fast so, als würde er uns in ein verborgenes Zentrum führen, das wir noch nicht sehen können. Es ist eine Bewegung, die uns tiefer in das Innere führt, vorbei an Sackgassen und Kehren der Seele, bis wir an jenen Punkt gelangen, an dem sich Zeit und Ewigkeit küssen.

Magdalena hat den „harten Schliff der Realität“ unter dem Kreuz ertragen, um als Erste die neue Dimension der Auferstehung zu atmen. In ihrem Schmerz und ihrer Liebe wurde sie zur Brücke. Sie zeigt uns, dass wir, wenn wir Jesu Spuren folgen, immer gleichzeitig auf der Erde und im Himmel wandeln. Ihr Herzschlag ist eins geworden mit der Aorta des Glaubens, und sie lädt uns ein, die Augen der Seele zu öffnen für das, was hinter dem Sichtbaren liegt.


Das Auge der Seele
Das Auge der Seele

Der Herzschlag des Weges im Alltag


Um diese „Aorta des Glaubens“ nicht nur zu verstehen, sondern in dir selbst zu spüren, lade ich dich zu einer dreiteiligen Übung ein.


1. Die Inventur der Zerrissenheit


Nimm dir am Abend fünf Minuten Zeit der Stille. Blicke auf deinen Tag zurück.


  • Wo warst du heute der „Assassin“? Wo hast du durch ein hartes Wort, einen lieblosen Gedanken oder durch Gleichgültigkeit Leben in dir oder anderen „getötet“?


  • Wo warst du heute der „Santo“? Wo hast du Licht verbreitet, ohne es zu planen


    Die Übung

  • Versuche nicht, das eine wegzuschieben und das andere festzuhalten. Bring beides – deine Größe und deine Kleinheit – vor das Herz Jesu. Sage einfach: „Herr, hier bin ich. Nimm beides an."


2. Der Atemzug der Aorta


Jesus zu folgen bedeutet, sich in den Rhythmus Seines Herzens einzuklinken.


  • Wenn du morgen unterwegs bist – egal ob zum Bäcker, ins Büro oder durch den Flur deiner Wohnung: Gehe bewusst. Spüre bei jedem Schritt den Widerstand des Bodens.

  • Erinnere dich: Unter dir liegt das Vermächtnis von Millionen, die vor dir gehofft haben. Bete bei jedem Schritt ein kurzes Wort im Rhythmus deines Atems, so wie Maria Magdalene am Grab: „Rabboni“ (Meister). Lass diesen Namen in deine Füße fließen.


3. Der alchemistische Moment


Wenn du heute auf eine Schwierigkeit stößt – eine Enttäuschung, einen

körperlichen Schmerz oder eine ungerechte Behandlung (den „harten Schliff der Realität“):

  • Halte einen Moment inne. Kämpfe nicht sofort dagegen an.

  • Stell dir vor, dieser Widerstand ist das Werkzeug, das deine Seele poliert.

    Sprich leise: „Ich übereigne diesen Moment Deiner Weite.“ 

    • Beobachte, wie sich das schwere Blei deiner Frustration in die Ruhe Gottes verwandelt.


Die Krönung


Jeder Schritt auf dem Sternenweg ist ein gelebtes Gebet. Wir atmen inmitten eines spirituellen Vermächtnisses ganzer Epochen und bewegen uns auf der Aorta des Glaubens, in der Millionen Seelen ihre unlöschbare Signatur hinterlassen haben. Doch all der unnachgiebige Schliff der Realität, all das Brechen des Widerstands der Materie dient nur diesem einen Ziel - uns zur Wurzel aller Wurzeln zu führen.


Dort, wo das Herz Jesu in ewiger Beständigkeit schlägt und Maria Magdalena uns als Verbindung empfängt, endet die mühsame Suche. An dieser heiligen Quelle spielt es keine Rolle mehr, ob wir als Heilige oder Mörder aufgebrochen sind. Im Licht dieser heiligen Wurzel schmilzt jede Dualität zu einer einzigen, glühenden Wahrheit -

Wir sind geliebt, wir sind erkannt, wir sind eins.“


So ergeht der Ruf an jeden Wanderer. Fürchte dich nicht vor dem Mörder in dir und werde nicht hochmütig über den Heiligen. Nimm deine ganze, widersprüchliche Menschlichkeit und wage den ersten Schritt auf der Aorta des Glaubens, denn der Weg selbst ist der Meister, der alles in dir heilen wird.


Dein Wanderer zwischen den Welten,



Herzlich Harald🙏👣🎈🙏

 

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