Der Eismann Porfiri Ivanov

Ein Heiliger, oder doch nur ein Scharlatan?


Auf der Suche nach Möglichkeiten die Leistungsfähigkeit meines Körpers zu verbessern, Kraft, Ausdauer für Langzeitprojekte aufzubauen und die Jugend so gut wie möglich zu erhalten, wurde ich vor vielen Jahren von meinem russischen Lehrer auf den Eismann

Porfiri Kornjewitsch Ivanov hingewiesen.

Seinen Erzählungen nach musste dieser Porfiri Kornejewitsch Ivanov ein positiv Verrückter gewesen sein, der viele Jahrzehnte lang sich immer barfuss mit nacktem Oberkörper bewegend, irgendwo im kalten Russland lebte und lehrte.

Dimitri erzählte mir mit leuchtenden Augen, dass auf der nackten Haut Porfiris «Stromblitze» zu sehen waren, während er an einer Tafel stehend seine Schüler unterrichtete. Seine Heilerfolge seien fantastisch gewesen. Er heilte viele unheilbar Kranke mit einfachsten Mitteln. Leider, so Dimitri wurde er auch vom Sowjetischen Staat verfolgt und man steckte ihn viele Jahre in Nervenheilanstalten und Gefängnisse. Ganz einfach weil er nicht in das vorgegebene Raster passte.


Das Leuchten in den Augen meines Lehrers infizierte mich und nicht nur das. Denn, wenn ein Mensch vom Staat verfolgt wird, weil er Menschen hilft zu besserer Gesundheit zu kommen, genau da ist mein Interesse geweckt und genau da will ich hinschauen.


Ganz nach der Vorgabe meines Meisters, "gehe dort hin wo keiner hingeht und hinschaut. Denn dort an den vermeintlich dunkelsten Plätzen, dort wo du nichts erwartest dort streben die schönsten Geschöpfe dem Licht entgegen." Ich, der sowieso immer auf der Suche nach wirklich guten Geschichten aus der Vergangenheit bin, eben weil ich das Gefühl habe, dass die Vergangenheit die Zukunft beschreibt widmete mich dem Menschen Porfiri, seinem Leben, seinem Werk und seiner Philosophie.


Zuerst machte ich mich bei den "üblichen Verdächtigen" auf die Suche und wurde fündig.

Wiki schreibt über den in der UDSSR verfolgten Bürger:

Porfiri Kornjewitsch Ivanov war ein russischer Naturheiler und Mystiker, dessen Glaubenslehre einen Kultstatus erlangt hat, mit geschätzt zehntausenden Anhängern. Der russische Asket hat einen Ruf als „Gesundheits- und Naturapostel“ erworben.

Er war ein selbsternannter Arzt, obwohl er keine formale Zertifizierung besaß. Die russisch-orthodoxe Kirche betrachtet seine Lehren als häretisch und bezeichnet die Sekte als "Iwanowiten!" Ivanov wurde in einer psychiatrischen Klinik inhaftiert.


Die Sekte von Porfiri Ivanov hat ihre eigene Hymne, die von Ivanov selbst geschrieben wurde. Der Rhythmus der Hymne wurde von der französischen Nationalhymne La Marseillaise übernommen.

Ivanov warb für die "Dietka", ein Gesundheitssystem, das das Gießen von eiskalten Wasser einschloss. Er gründete dieses System auf der Überzeugung, dass es gesund sei, sich bei kaltem Wetter im Freien auszuziehen, um der Natur näher zu kommen. Ivanov befürwortete auch das Schwimmen in eiskaltem Wasser, eine Überzeugung, die sich auf die Praxis des Eisschwimmens übertragen hat.

In seinen Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts soll er sich durch geistige Reinigung und extreme Kälte von Krebs geheilt haben.


In Russland schrieb man im letzten Jahrhundert über Porfiri:


Der russische Mystiker Porfirij Ivanov (20. Februar 1898 - 10. April 1983) war sich sicher, dass Kälte das Heilmittel gegen Krebs ist,


"Kälte wirft das Hormon der Gesundheit in den Körper".

Porfirij Kornejewitsch Ivanov wurde Ende des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf namens Orechowka in der Nähe von Lugansk im Russischen Reich geboren. Nachdem er die obligatorischen vier Klassen der Pfarrschule absolviert hatte, begann der 15-jährige Junge in der Kohlemine zu arbeiten. Es ist nicht bekannt, wie sein Leben unter dem Zarenreich verlaufen wäre, aber 1917 brach die Revolution aus. Die Nachricht vom Sturz des Zaren erreichte Ivanov auf seinem Weg an die Front des Ersten Weltkriegs. Dann wurde der Waffenstillstand ausgerufen, und Ivanov kehrte nach Hause zurück und begann, wie allen anderen zu dieser Zeit auch sich ein neues Leben aufzubauen.

Als ich die Beschreibungen über ihn las und die Bilder von ihm und seinen Lebensstationen betrachtete zeichnete sich in mir ein Bild eines Menschen von hünenhafter Gestalt an dem sich die Organe der UDSSR Administration die Zähne ausgebissen hatten. Ich sah in das Gesicht eines gütigen Mannes der sein Leben in Liebe und in Hingabe für andere leben wollte, doch die Umstände in denen er zu leben hatte zeichneten sein Gesicht neu.


Porfirij war der Begründer eines Volksgesundheitssystems namens "Dietka!"

Zu Sowjetzeiten, war er eine mystische Figur die nie öffentlich gegen die traditionelle Medizin opponierte und trotzdem grosse Probleme mit ihr bekam. Er war ein wahrlich unorthodoxer Mensch, der in Russland einen grossen Bekanntheitsgrad hatte. Seine Biografie ist in zwei Teile gegliedert: einen offiziellen und einen inoffiziellen. Beide sind spannend und es wert näher betrachtet zu werden.


Damit der gesundheitsbewusste Leser sich in Porfiris Lebens - und Heilphilosophie einlesen oder gar einfühlen kann, will ich meine Geschichte über ihn mit seiner „Детка“ (Dietka) beginnen, zuallererst aber mit einem Zitat von ihm das wie ich finde schon sehr viel über sein Tun und den Menschen Porfiri aussagt:

"Ich werde bald 85 Jahre alt sein. 50 Jahre davon habe ich dem Suchen nach einem gesunden Leben gewidmet. Deshalb stähle ich mich jeden Tag an verschiedenen Eigenschaften der Natur, besonders den rauen. Ich wünsche all meine Erfahrungen allen Menschen weiterzugeben. Das ist mein Geschenk an Euch, Leute". (Porfiri Iwanow 1982)


„Детка“ (Dietka)


Die 12 Regeln der Dietka:


"Lieber Mensch, ich bitte Dich herzlich, einige meiner Empfehlungen anzunehmen, um Deine Gesundheit zu stärken:

  1. Bade täglich zweimal im kalten natürlichen Wasser, damit es Dir gut werde. Bade, wo immer Du kannst: in einem See, Fluss oder in einer Badewanne, "brause" (dusche) Dich oder gieße Dich mit Wasser über. Ein warmes Bad sollst Du mit einem kalten abschließen.

  2. Vor dem Baden oder danach, oder besser gleichzeitig, wenn es möglich ist, gehe in die frische Luft hinaus und stelle Dich barfuss auf die Erde, im Winter aber auf den Schnee für mindestens ein bis zwei Minuten. Atme durch den Mund einige Male ein und bitte in Gedanken um Gesundheit für Dich und alle Menschen.

  3. Trinke keinen Alkohol, rauche nicht.

  4. Bemühe Dich mindestens einmal in der Woche völlig ohne Nahrung und Wasser auszukommen, von Freitag 18.00 - 20.00 Uhr bis Sonntag 12.00 Uhr. Das ist Dein Verdienst und Deine Ruhe. Wenn es Dir zu schwer ist, sollst Du es mindestens 24 Stunden lang ohne Nahrung aushalten.

  5. Sonntags um 12.00 Uhr stelle Dich in die frischen Luft, atme einige Male ein im Sinne, wie es oben beschrieben ist. Das ist Deines Werkes Fest. Danach kannst Du alles essen, was Du magst.

  6. Liebe die Natur, die Dich umgibt, spucke nicht herum und speie nichts aus. Gewöhne Dich daran, denn das ist Deine Gesundheit.

  7. Grüße jedermann überall und allerorts, besonders die betagten Menschen. Willst Du gesund sein, Grüße alle und sei freundlich zu jedermann.

  8. Hilf Menschen, womit Du kannst, besonders den Armen, Kranken, Gedemütigten und Notleidenden. Tue das mit Freude. Antworte an ihre Not mit Deinem ganzen Herzen und Deiner Seele. So wirst Du Freunde gewinnen und zur Sache des Friedens beitragen.

  9. Überwinde Deine Gier, Faulheit, Selbstzufriedenheit, Raffsucht, Furcht, Heuchelei, Stolz. Glaube den Menschen und liebe sie. Sprich nicht ungerecht von ihnen und nimm Dir böse Äußerungen über sie nicht zu Herzen.

  10. Entlaste Deinen Kopf von Gedanken an Krankheiten, Unwohlsein, Tod. Davon trägst Du den Sieg.

  11. Du sollst das Denken von Taten nicht trennen. Wenn Du gelesen hast, so ist es gut, aber die Hauptsache ist das Handeln.

  12. Erzähle und gib die Erfahrungen von dieser Sache weiter, aber prahle und rühme Dich nicht. Sei bescheiden.

Porfiri beendet seine „Детка“ mit den Worten:

„Ich bitte und flehe alle Menschen an, ihren Platz in der Natur einzunehmen. Dieser Platz ist von niemandem besetzt und für kein Geld zu erwerben, er ist nur durch Deine eigenen Taten und Arbeit zu verdienen und Dir in der Natur zum Wohl gegeben, damit Du Dich wohl fühlst. Ich wünsche Dir Glück und Gesundheit...“


Wir sollen also nicht nur reden sondern handeln. Unsere Köpfe frei machen von krank machenden Gedanken, mit Freude an der Sache des Friedens beitragen, nicht prahlen, bescheiden sein, uns stählen und unsere Umwelt gut behandeln, freundlich und gütig sein, anderen Menschen helfen, fasten, gut und richtig atmen und baden gehen.


Ich verfolge diese Philosophie mit mehr oder weniger großem Eifer seit vielen Jahren und ich kann euch sagen, immer wenn ich vergesse nach dieser Philosophie zu handeln "überfallen" mich irgendwelche Keime oder noch kleinere Tierchen.

Vor allem jetzt ist es wichtig Vorsorge für Körper, Geist und Seele zu betreiben und ich lade euch ein dies zu tun. Aber bitte nicht nur so ein bisschen, weil es sich auf einem Profil-Foto gut darstellt und weil es gerade schick ist. Sondern richtig vorbereitet geistig gestärkt und präpariert durch körperliche Vorübungen.


Der Weg ist, sich diese Philosophie zu eigen zu machen, sie anzunehmen und weiterzutragen. Sich gegenseitig mit Freude und friedlichem Herzen an der Hand zu nehmen und sie zu leben. Ich meine, die meisten von uns leben permanent in einem "2o Grad Milieu", doch unser Körper ist ein Organismus der Veränderung und Bandbreite braucht. Das Leben spüren von der Fülle bis zum Nichts, von der Kälte bis zur Hitze ...

Eine nicht frequente Kurve ist im Grunde eine tote Linie, eine Gerade ...

ein richtig fades Leben ohne Höhen und Tiefen, ein monotones Rauschen ...,

was sich nun wirklich von uns wünschen mag.


In diesem Sinne, viel Spaß, Freude und Gesundheit mit der Dietka, bei Fragen wie immer einfach schreiben auch über die bekannten Kanäle.


Die Fortsetzung über das Leben und das Werk Porfiri Ivanovs folgt hier in Kürze.


Herzliche Grüße,

Dein Harald



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