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Der Ritt wird wilder

„Aus der Kälte der Tiefe in die Geschwindigkeit des Feuers.“
„Aus der Kälte der Tiefe in die Geschwindigkeit des Feuers.“

20. Mai 2026

Es ist wieder diese Stunde. Zwei Uhr morgens. Die Autobahn ist nass, und das Licht der Scheinwerfer fühlt sich an wie ein dünner Strahl in einer viel zu großen Dunkelheit. Ich fahre und spüre plötzlich, wie etwas in mir schneller geworden ist. Nicht aufregend. Sondern fordernd. Als würde etwas in mir nicht mehr warten wollen.

Vor drei Monaten habe ich geschrieben, dass 2026 das Jahr des Feuerpferdes sein würde. Damals war es noch eine Ahnung. Heute fühlt es sich anders an. Es fühlt sich an, als hätte etwas begonnen, das nicht mehr zurückgenommen werden kann. Und es wird spürbar wilder.

Was seit Februar in mir passiert ist

Seit Februar ist bei mir etwas ins Rutschen gekommen. Nicht dramatisch von außen, aber innen deutlich. Mein Traum vom Haus am See ist klarer geworden — und gleichzeitig fühle ich eine alte Angst wieder stärker: Die Angst, dass ich es mir nicht „verdient“ habe. Dass ich zu viel will. Dass ich zu groß werde.

Auch die alten Themen rund um Geld und Selbstwert sind noch einmal hochgekommen. Nicht als Wiederholung, sondern als letzte Einladung, sie wirklich zu durchschauen. Ich merke, wie ich manchmal noch immer versuche, mich klein zu halten, obwohl etwas in mir längst nicht mehr klein sein will. Es fühlt sich an wie ein innerer Kampf zwischen dem, was ich gelernt habe, und dem, was ich eigentlich bin.

Ich fühle: Das Feuerpferd reitet nicht nur durch die Welt. Es reitet auch durch mich. Und es fragt immer öfter - Wie lange willst du dich noch vor dir selbst verstecken?


Sedna und der Schmerz des Loslassens

Wenn ich an Sedna denke, dann nicht nur als Mythos oder als Planet. Sondern als ein Gefühl, das ich kenne. Die Geschichte, in der der Vater seiner Tochter die Finger abschneidet, damit er selbst überleben kann, geht mir nahe. Nicht weil ich denselben Verrat erlebt habe, sondern weil ich spüre, wie oft ich mir selbst die Finger abgeschnitten habe - innerlich. Wie oft ich Teile von mir aufgegeben habe, um „nicht zu viel“ zu sein. Um nicht aufzufallen. Um nicht zu enttäuschen oder enttäuscht zu werden.

Sedna lehrt mich gerade etwas sehr Schmerzhaftes. Dass wahres Loslassen sich oft wie Verrat anfühlt. Nicht an anderen. Sondern an dem Bild, das ich von mir selbst hatte. An der Vorstellung, wer ich sein müsste, damit ich sicher bin.

Und doch entsteht aus genau diesem Schmerz etwas Neues. Aus dem, was abgeschnitten wurde, entsteht in der Geschichte neues Leben. Ich fühle, dass das auch für mich gilt. Dass das, was ich gerade verliere - alte Muster, alte Sicherheiten, alte Geschichten über mich - nicht einfach nur weg ist. Sondern dass es sich irgendwann in etwas verwandeln kann, das andere und mich selbst nährt. Aber im Moment fühlt es sich noch nicht wie Metamorphose an. Es fühlt sich oft einfach nur wie Verlust an. Und das darf ich wohl auch mal so stehen lassen.


Es tut weh. Aber das Licht kommt bereits an.
Es tut weh. Aber das Licht kommt bereits an.

Die Entdeckung von Sedna und der lange Atem der Zeit

Sedna wurde 2003 entdeckt – genau in einer Zeit, in der die westliche Welt immer tiefer in digitale Scheinwelten, Spekulation und Oberflächlichkeit abglitt. Ein Objekt am äußersten Rand unseres Sonnensystems wurde sichtbar, dessen Umlaufzeit etwa 11.400 Jahre beträgt. Eine halbe Runde Sednas entspricht damit jenen rund 5.700 bis 6.000 Jahren, die wir als Epoche der materiellen Verdichtung und des Vergessens der Tiefe erleben.

Ich fühle: Diese Entdeckung war kein Zufall. Sie war ein kosmisches Signal. Etwas, das lange im Dunkeln lag, meldet sich zurück. Sedna erinnert uns daran, dass es Kräfte gibt, die außerhalb unserer kurzen Zeitvorstellungen und unserer Kontrolle liegen. Sie zwingt uns, den Blick wieder in die Tiefe zu richten – dorthin, wo wahre Veränderung beginnt.


2025 – Die notwendige Erstarrung

Das Jahr 2025 fühlte sich für viele wie eine Starre an. Wie eine Zeit, in der nichts richtig vorankam. Ich habe diese Lähmung auch bei mir gespürt. Rückblickend verstehe ich diese Phase besser. Die energetische Starre von 2025 war keine Strafe. Sie war eine notwendige Vorbereitung. Hätte uns die volle Wucht der Beschleunigung, die jetzt spürbar wird, bereits 2024 oder 2025 unvorbereitet getroffen, wäre vieles in uns zerbrochen. Die Starre war wie ein schützender Kokon. Sie hat uns Zeit gegeben, innerlich fester zu werden, bevor der eigentliche Ritt richtig beginnt.

Deshalb fühlt sich 2026 jetzt so anders an. Die Starre löst sich auf. Und das, was sich in der Tiefe vorbereitet hat, will jetzt in Bewegung kommen.


Der Ritt wird wilder

Was ich im Februar noch beschrieben habe, erlebe ich inzwischen selbst. Die Zeit im Licht läuft schneller. Ich merke es daran, dass Themen, die ich früher über Jahre hinweg umschifft habe, jetzt plötzlich nicht mehr warten. Entscheidungen, die ich lange vor mir hergeschoben habe, drängen sich in den Vordergrund. Und innerlich fühlt es sich manchmal an, als würde ich mit einer Geschwindigkeit durch Prozesse gezogen, für die ich und auch die Welt noch nicht bereit bin.

Ich fühle: Der Ritt wird wilder. Nicht weil die Welt plötzlich chaotischer geworden ist. Sondern weil etwas in uns nicht mehr zulässt, dass wir weiter so tun, als könnten wir uns verstecken. Die Beschleunigung zwingt uns, ehrlicher zu werden. Mit uns selbst. Das ist nicht immer angenehm. Manchmal fühlt es sich sogar überfordernd an. Aber ich spüre auch: Es gibt kein Zurück mehr. Die Zeit der sanften Vorbereitung ist für viele von uns vorbei.


Öffnen. Annehmen. Werden.
Öffnen. Annehmen. Werden.

Gabriel, das weiche Ja und Maria Magdalena

Ich fühle immer deutlicher, dass dieser Impuls zuerst weich kommt. Nicht mit Feuer und Schwert. Sondern mit einer stillen Einladung: „Wirst du empfangen? Wirst du dich öffnen? Wirst du dir selbst erlauben, Licht zu sein?“

Das ist für mich die Gabriel-Energie, die Sedna trägt. Gabriel ist der Erzengel der Empfängnis – der Bote, der zuerst kommt, um Platz zu schaffen für das Neue. Bevor das Feuer der Klarheit und Reinigung wirklich wirken kann, muss der Boden empfänglich sein.

Hier wird für mich die Verbindung zu Maria Magdalena besonders deutlich. Gabriel ist der Erzengel, der Maria die Geburt Jesu verkündet hat. Er ist der Bote der Empfängnis. Maria Magdalena wiederum ist diejenige, die dieses Licht wirklich empfangen, getragen und später verkündet hat – als Erste. Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung. Die, die das Licht nicht nur gehört, sondern in sich aufgenommen und weitergegeben hat.

In manchen esoterischen und sakralen Traditionen wird Maria Magdalena als Trägerin einer weiblichen Christus-Kraft gesehen – nicht als Gegensatz zum männlichen Christus, sondern als dessen notwendige Ergänzung. Ihre sakrale Kunst, die in den letzten Jahrzehnten wieder stärker erforscht und sichtbar gemacht wird, zeigt oft eine Frau, die in tiefer Verbindung mit dem Göttlichen steht. Nicht als passive Empfängerin, sondern als aktive Hüterin und Vermittlerin eines heiligen Wissens. Die sogenannte „Rosa Linie“, die in manchen spirituellen Strömungen mit ihr in Verbindung gebracht wird, symbolisiert diese weibliche, empfangende und zugleich schöpferische Linie der Christus-Energie.

Ich fühle: Gabriel und Maria Magdalena gehören archetypisch zusammen. Gabriel bringt die Botschaft. Maria Magdalena nimmt sie auf, trägt sie und gibt sie weiter. Beide stehen für die weibliche, empfangende Kraft, die zuerst kommt – bevor das männliche, klärende und reinigende Prinzip (das ich mit Michael verbinde) wirklich wirken kann.

Sedna als Trägerin dieser Gabriel-Energie zeigt uns gerade genau das: Bevor etwas wirklich transformiert werden kann, muss es zuerst empfangen und angenommen werden. Das ist kein schwacher, sondern ein sehr kraftvoller und notwendiger erster Schritt.

Ich merke bei mir, dass genau hier meine größte Herausforderung liegt. Nicht im Handeln. Sondern im Annehmen. Im Zulassen, dass etwas Größeres durch mich wirken will, ohne es sofort kontrollieren oder klein machen zu wollen.


Was im August spürbar werden könnte

Im August 2026, rund um die Sonnenfinsternis, fühle ich eine weitere Verdichtung. Nicht als etwas Bedrohliches, sondern als eine Art nächster Schritt. Die Themen, die jetzt schon an uns ziehen - das eigene Licht, das eigene Ja, das eigene Loslassen - werden dann wahrscheinlich noch klarer und fordernder werden.

Ich fühle: Bis dahin wird der Ritt für viele von uns noch einmal an Intensität zunehmen. Nicht weil etwas von außen kommt und uns zwingt. Sondern weil etwas in uns nicht mehr anders kann, als ehrlicher zu werden.


"Erst nach der Sonnenfinsternis wird das neue Licht voll sichtbar.“
"Erst nach der Sonnenfinsternis wird das neue Licht voll sichtbar.“

Die frohe Botschaft

Trotz allem, was sich wild und fordernd anfühlt, gibt es etwas, das ich immer deutlicher spüre: Wir sind nicht allein in diesem Ritt. Die Beschleunigung, die viele gerade erleben, ist kein Zufall. Sie ist eine Einladung. Eine Einladung, endlich aufzuhören, uns selbst klein zu halten. Aufzuhören, unser Licht zu verstecken, nur weil wir gelernt haben, dass es sicherer ist.

Ich fühle: Je mehr wir uns erlauben, wirklich zu sein — mit all unseren Wunden, all unseren Zweifeln und all unserer Kraft -, desto weniger fühlt sich der Ritt wie ein Kampf an. Und desto mehr wird er zu etwas, das uns trägt.

Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht schon angekommen sein. Du musst nur aufhören, dich vor dir selbst zu verstecken. Der Feuerpferd reitet. Und vielleicht reitest du nicht mehr gegen ihn. Sondern mit ihm.

" In den kommenden Monaten wird vieles zerfallen, was wir für stabil gehalten haben. Gleichzeitig wird etwas in uns erwachen, das die Kraft hat, das Neue zu tragen — auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen oder glauben können.“

Das alchemistische Werk des Rittes

Wir stehen an einem Scheideweg, an dem Spekulation und das bloße Funktionieren im unauffälligen Mittelmaß keine Zuflucht mehr bieten. Die energetische Starre des vergangenen Jahres war kein Stillstand; sie war der schützende Kokon, der uns die nötige Substanz verlieh, um der heutigen Beschleunigung standzuhalten. Wenn Sedna uns durch den Schmerz des Loslassens führt - so wie sie im Mythos ihre Finger an die unerbittliche Realität verlor -, dann ist das kein Akt reiner Zerstörung. Es ist das alchemistische Werk der Seele, die schwere Endlichkeit unseres Fleisches so lange am unnachgiebigen Schliff der Realität zu prüfen, bis der Widerstand der Materie bricht, sich der unendlichen Weite übereignet und in ihr Ruhe findet.

Das Feuerpferd fordert uns auf, die Maske der ängstlichen Bescheidenheit abzulegen. Es reitet durch unsere inneren Landschaften und brennt die alten Geschichten weg, die wir uns erzählten, um uns in vermeintlicher Sicherheit zu wiegen. Der Ritt wird wilder, weil die Zeit im Licht schneller läuft. Doch in dieser Dynamik liegt die frohe Botschaft: Das Abschneiden alter Muster ist der Geburtskanal für eine neue, unverfälschte Wirksamkeit. Indem wir das weiche, empfangende „Ja“ der Gabriel- und Magdalena-Energie zulassen, hören wir auf, gegen das Pferd zu kämpfen. Wir werden vom Getriebenen zum Reiter unseres eigenen Lebens.


Wie du die nächsten 3 Monate überstehst, ohne abgeworfen zu werden

Um in den kommenden 90 Tagen bis zur energetischen Verdichtung im August nicht vom Rücken des Feuerpferdes geschleudert zu werden, bedarf es keiner heroischen Kraftakte, sondern einer klugen, zentrierten Navigation. Wenn Gefahren und intensive Prozesse drohen, liegt der Ausweg niemals im Widerstand, sondern im Finden konkreter Lösungen, um dem kollektiven Wahnsinn der Überforderung zu entkommen.

Hier sind vier fundamentale Anker für deinen Alltag:


1. Das unkommentierte „Ja“ zum Ist-Zustand (Sedna-Integration)

Wenn Prozesse eine Geschwindigkeit annehmen, die dich zu überrollen droht, halte abrupt inne.

  • Die Praxis: Versuche nicht, den emotionalen Kontrollverlust sofort mental zu reparieren oder wegzuerklären. Erlaube dem Gefühl des Verlustes oder der Angst, für den Moment einfach da zu sein.

  • Der Ausweg: Sag innerlich, „Ja, es schmerzt gerade, und ja, es fühlt sich nach Kontrollverlust an. Aber ich bin noch hier.“ Das weiche Annehmen entzieht dem inneren Sturm die zerstörerische Kraft.


2. Radikaler Verzicht auf das Kleinreden (Feuerpferd-Führung)

Das Feuerpferd wirft dich genau dann ab, wenn du versuchst, dich im Sattel kleiner zu machen, als du bist.

  • Die Praxis: Achte in den nächsten drei Monaten penibel darauf, wie du auf Anerkennung, neue Chancen oder den Impuls, Raum einzunehmen, reagierst.

  • Der Ausweg: Ersetze das bayerische Relativieren („War doch nichts Besonderes“) durch ein klares, aufrechtes „Danke“. Beanspruche deinen Selbstwert aktiv, gerade wenn die alte Angst flüstert, du hättest das Haus am See oder die eigene Größe nicht verdient.


3. Tägliche Erdung im physischen Fundament

Je schneller die geistigen und astrologischen Zyklen rotieren, desto starrer muss deine physische Achse verankert sein. Substanz schlägt Spekulation.

  • Die Praxis: Nutze die Kraft des Gehens und der bewussten Bewegung. Wenn der Kopf um zwei Uhr morgens rast, verbinde dich mit der Schwerkraft.

  • Der Ausweg: Setze dir feste, unumstößliche Routinen im Alltag – sei es durch das bewusste Spüren der Fußsohlen auf dem Boden, kaltes Klares Wasser zumindest ins Gesicht am Morgen oder das wortlose Aufschreiben deiner inneren Zensuren auf ein Blatt Papier, um sie dem Verstand zu entziehen.


4. Den Blick auf den Horizont des Augusts richten

Die Sonnenfinsternis am 12. August markiert keine Wand, gegen die wir prallen, sondern ein Tor der Klarheit.

  • Die Praxis: Betrachte jede heftige Situation im Juni und Juli nicht als isoliertes Chaos, sondern als Trainingsfeld für diesen Fixpunkt.

  • Der Ausweg: Frage dich bei jedem Konflikt: „Welchen Teil meiner alten Geschichte muss ich hier gerade loslassen, um im August aufrechter und ehrlicher dazustehen?“ Das verschiebt deine Wahrnehmung vom Opfer der Umstände hin zum bewussten Gestalter des Prozesses.


Der Ritt ist wild, aber er bricht dich nicht. Er schleift dich nur so lange, bis deine wahre Signatur sichtbar wird.


Herzliche Grüße,


Euer Wanderer zwischen den Welten


Harald 🙏🎈👣🙏

 

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